Berliner Bär von Wassernixen gebadet

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DSD fördert die Dachsanierung der denkmalgeschützten Badeanstalt in Prenzlauer Berg

Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 25.000 Euro für die Dachinstandsetzungsarbeiten an der ehemaligen Volksbadeanstalt in Berlin-Prenzlauer Berg überbringt Heike Pieper, Ortskuratorin Berlin der DSD, in Anwesenheit von Beatrice Rügge und Lutz Trabalski von der Deutschen Klassenlotterie Berlin am Freitag, den 13. Dezember 2013 um 11.00 Uhr vor Ort an Dr. Hans-Dieter Jaeschke von der GbR Oderberger Straße 57-59.

Nach dem Bau eines Schlachthofs, einer Markthalle und eines Hospitals im Gebiet des Prenzlauer Bergs, dessen Bevölkerung in der Gründerzeit rasant anwuchs, folgte aus hygienischen Gründen der Bau einer Badeanstalt. Die zweite Badeanstalt Berlins nach dem Entwurf des Stadtbaurats Ludwig Hoffmann wurde 1902 eröffnet.

Der rechteckige, verputzte Ziegelbau ist 61 Meter lang und 42 Meter breit. Die nordöstliche Schmalseite zur Oderberger Straße hin ist als viergeschossiges Eingangsgebäude mit Dienstwohnungen in den oberen Etagen und mit einem Wartebereich und einzelnen Wannenbädern in den unteren Etagen ausgestattet. Die Vorlagen für die Verzierungen und Skulpturen des im Neorenaissance-Stil errichteten Gebäudes schuf der Bildhauer Otto Lessing. Dabei bezieht sich der Bauschmuck auf das Thema Baden, am Portal etwa findet sich ein Relief, auf dem ein Bär dargestellt ist, der von Wassernixen gebadet wird.

Im hinteren Gebäudeteil befindet sich unter einem vierteiligen Kreuzgratgewölbe die Schwimmhalle mit dem ursprünglich 21 Meter, heute 25 Meter langen Becken. Ein umlaufender gefliester Barfußgang führt durch unterbrochene Zwischenwände zu den Umkleidekabinen, die sich auf zwei Stockwerke verteilen. Im Obergeschoss umläuft das Becken eine Zuschauerempore. Die zwei aufgrund der Blockrandbebauung erbauten Lichthöfe wurden aus Platzmangel 1936 überbaut. 1977 erhielt das als sozialer Bezugspunkt bedeutsame Schwimmbad eine Sauna. Der Anbau eines Betonschornsteins veränderte die Statik derart, dass sich Risse im Beckenboden und in den Deckengewölben auftaten. Das Bad wurde daraufhin 1986 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Wannen- und Duschbäder blieben noch bis in die 1990er Jahren geöffnet.

Der neue Eigentümer des Stadtbads führt in dessen unmittelbarer Nachbarschaft bereits die ehemalige Gustav-Eiffel-Oberschule als internationale Sprachenschule. Mit dem Bad, in dem auch ein Hotelbetrieb eingerichtet werden soll, wird der kleine Campus abgerundet, in dem zum einen die Nachfrage der Sprachschüler nach Übernachtungsmöglichkeiten befriedigt, zum anderen mit dem zugleich für die Öffentlichkeit zugänglichen Schwimmbecken den Hotelgästen gewissermaßen ein Sahnehäubchen serviert wird. Zudem bleibt eine historische Badezelle, von denen einige wenige Exemplare erhalten geblieben sind, mit originaler Wanne zu besichtigen.

Die Volksbadeanstalt in Prenzlauer Berg gehört zu den über 150 Projekten, die die private in Bonn ansässige Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Berlin fördern konnte.

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