Kulturagenten in Berlin – das sollte Schule machen…

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Kulturagenten in Berliner Schulen. Ab September 2011 verfügen 30 Berliner Schulen über Kulturagenten, die vier Jahre lang an den Schulen arbeiten werden, dort Kunstprojekte anstoßen und Kooperationen mit Museen, Theatern oder Konzerthäusern aufbauen. Das Modellprogramm, das zeitgleich auch in vier anderen Bundesländern startet, wurde von der Stiftung Mercator und der Kulturstiftung des Bundes initiiert sowie von den Ländern kofinanziert. Sybille Linke, die programmleitende Geschäftsführerin der Kulturagenten, erläuterte das Ganze.

Redaktion: Frau Linke, wie darf man sich die Arbeit der Kulturagenten vorstellen? Die gehen in die Schulen und was passiert dann?

Sybille Linke: Seit September sind zehn Kulturagentinnen und Kulturagenten an 30 Berliner Schulen und gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern gucken sie sich jetzt erstmal die jeweilige Schule an und was bereits an künstlerischen Angeboten vorliegt, welche evtl. noch dazu kommen sollen und mit welchen kulturellen Institutionen die Schule bereits zusammen arbeitet, bzw. gerne zusammen arbeiten möchte. Also erstmal wird quasi die Lage ‚gepeilt‘ und dann wird weiter geschaut, was für künstlerische Projekte die Kinder machen können, in Zusammenarbeit mit Profis, also Künstlerinnen und Künstlern, die dann von den Kulturagenten, gemeinsam mit den Beteiligten, ausgesucht werden.

Redaktion: Was denken Sie, wie viele Kinder können sie damit tatsächlich erreichen?

Sybille Linke: Wir sind ja an 30 Berliner Schulen und wir erreichen an die 22.000 Schüler damit.

Redaktion: Wie genau wird das Programm finanziert und welche Bedingungen sind damit verbunden?

Sybille Linke: Das ist ein Kooperationsprojekt von der Stiftung Mercator und der Kulturstiftung des Bundes, zwei große, sehr starke Stiftungen, die jeweils 10 Mio. EUR in das Projekt hineingeben. Es wird in fünf Bundesländern durchgeführt und dort kooperieren wir mit den Schulministerien, also werden die Gehälter der Kulturagenten von den Ländern kofinanziert. Das Land Berlin engagiert sich darüber hinaus noch durch die Finanzierung von den Freistellungsstunden der Kulturbeauftragten; das sind Lehrer in den Schulen, die für einige Unterrichtsstunden freigestellt werden, um das Programm gut mitzubegleiten und später die Schule auch befähigen weiterhin dabei zu sein. Über diese vier Jahre nimmt das Land Berlin dafür 440.000 EUR in die Hand. Außerdem haben wir in den jeweiligen Ländern noch Partner, die mit ihrer fachlichen Expertise das Programm unterstützen – hier in Berlin ist das die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Redaktion: Nach welchen Kriterien wurden diese 30 Schulen in Berlin ausgewählt?

Sybille Linke: Es haben sich sehr viele Schulen beworben. Wir haben einen Schwerpunkt auf integrierte Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen gelegt und auf die räumliche Verteilung geachtet. Außerdem haben wir darauf geachtet, welche Schulen im künstlerischen und kulturellen Bereich schon Schwerpunkte haben, da wir ja vor allem Schülerinnen und Schüler erreichen wollten, die noch nicht jedes Wochenende mit ihren Eltern ins Museum oder Konzert gehen und einen Zugang für künstlerische Aktivitäten finden sollen.

Redaktion: Welchen Hintergrund haben die Kulturagenten und wie haben Sie diese Leute gefunden?

Sybille Linke: Das sind sehr interessante Leute, Künstlerinnen und Künstler, Kulturvermittler, wir haben auch einen Architekten dabei und auch eine Bühnenbildnerin. Also ein breites Spektrum an künstlerisch vorgebildeten Personen, die alle Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Schulen haben, das war uns sehr wichtig. In den fünf Bundesländern haben sich über 1200 Personen beworben und in einem Auswahlverfahren haben wir eine sehr interessante und motivierte Truppe zusammengestellt, die jetzt – wie richtige Agenten – mit ihrer Mission (schmunzelt) „Wir bringen Kunst und Kultur an Schulen und wir bauen Brücken zu Kulturinstitutionen“ anfangen.

Redaktion: Ist das, neben der Förderung der Schüler, auch noch ein Aspekt, der Ihnen sehr wichtig ist, die Kulturinstitutionen und Schulen zusammenzubringen?

Sybille Linke: In Berlin laufen bereits sehr viele Kooperationsprojekte zwischen Kulturinstitutionen und Schulen, aber wir wollen diesen Prozess weiter fördern und unterstützen. Außerdem ist uns wichtig, dass sich Schule für Kunst und Kultur öffnet und dass die Kulturinstitutionen dort ihr Publikum von heute und morgen finden und neue Wege mit den Schulen gemeinsam gehen, damit Schule auch wirklich ein Ort für die Künste wird.

Redaktion: Wie lange haben Sie sich auf dieses Projekt vorbereitet?

Sybille Linke: Die Stiftungen arbeiten da schon seit ca. eineinhalb Jahren dran. Ich selber bin noch nicht so lange dabei und wir müssen jetzt sehr viele Prozesse parallel aufgleisen. Wir sind ja in fünf Bundesländern aktiv, das sind insgesamt 138 Schulen und insgesamt 46 Kulturagenten, die wir jetzt auf den Weg bringen müssen.

Mehr über die Arbeit der Berliner Kulturagenten: www.kulturagenten-programm.de

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