Geschafft. Multikulti-Sounds ab Pfingsten aus dem Sendefenster von 88vier

Ganz weg war es nie, das Berliner Radio mit der buntesten aller Sprachmischungen Deutschlands. Nun ist es wieder da: multicult.FM!

1994 waren die polyglotten Ätherreiter beim SFB und späteren RBB noch als RADIO multikulti an den Start gegangen und hatten Pop- und allerlei Queerbeetmusik aus aller Herren Länder von den Plattentellern und aus CD-Fächern, Bänderspulen und anderen Datenträgern über den Äther, Kabel und  Satellit ins Land gesendet. Per Kabel und UKW-Funk waren die Exotik-Akustik-Shows neben Berlin noch in Frankfurt (Oder) und in Cottbus empfangbar und via Astra-Satellit strahlten die Multikultisten über ganz Europa bis nach Nordafrika aus.

Bis zum Jahr 2008 stand das Programm für Offenheit, Toleranz und Interesse an anderen Kulturen, Lebensweisen und Orten. Ein Konzept, das nach Berlin passte wie der viel zitierte Hintern auf den Eimer.

Doch Sylvester 2008 war das Radio dann mehr am Hintern und die Sendemöglichkeit halt im Eimer. Öffentlich-Rechtlich gesehen fehlten dem RBB die Finanzmittel, den Sendebetrieb für das Vielsprachenradio aufrecht zu erhalten.

Der klassische Sendebetrieb wurde zu Sylvester 2008 eingestellt und zeitgleich die Internet-Ära des Folge-Senders radio multicult 2.0 in privater Eigeninitiative ins Leben gerufen.

Mit einem Team, dessen Line-Up sich wie die Starterliste zu einem olympischen Stadtmarathon liest, bespielte man den Web-Ort durch selbst produziertes Programm mit Tönen und Sprachen aus den buntesten Ländern und Kulturen. Zusammen mit den übernommenen Produktionen internationaler Sender schaffte man den 24-Stunden Nonstop Betrieb im alphabetisch geordneten Sprachenspektrum zwischen albanisch bis vietnamesisch.

Und auch ein wenig Radiogeschichte konnte radio multicult2.0 schreiben, als die Macher im Dezember 2009 per Software „Audiantis” die Pilotsendung „Multipieps Cultmatz” starteten, bei der kurze Kindergeschichten simultan auf Deutsch, Französisch und Englisch zu hören sind und waren.

Mittel- und langfristig war es aber das erklärte Ziel von radio multicult2.0 einen Sendeplatz in der Berlin-Brandenburger Radiolandschaft zurück zu bekommen.

Die Nummer scheint nun geschafft. Zumindest im Teilerfolg ist der Sender pünktlich zum diesjährigen Karneval der Kulturen aus Kreuzberg über den Äther wieder empfangbar.

Multikulti liegt ab Pfingsten nicht nur zum Karneval der Kulturen in der Berliner Luft © Stefan Bartylla

„Zwar wissen wir nach 16 Monaten Vollzeit-Streaming, dass die Zukunft dem Webradio gehört. Aber hier und jetzt vermissen die Hörer unseren Klang im klassischen Küchenradio: Genau dort können sie uns jetzt wieder hören.”, so Chefredakteurin Brigitta Gabrin zum Restart des internationalsten aller deutschen Broadcaster.

Als multicult.FM wird es das Vielsprachenprogramm montags bis freitags von 6-10 und von 18-19 Uhr und am Wochenende von 6-12 Uhr sowie mit zwei Shows auf der Wochenendschiene für Liveformate von 12-16 Uhr geben.

Ab dem 22.05.2010 ist das Ganze dann auf den nonkommerziellen UKW-Frequenzen 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwestberlin und Brandenburg) endlich auch wieder im Hobbykeller und im Autoradio empfangbar.

Die Frequenz teilen sich fortan unter dem Namen „88,4 — Kreatives Radio für Berlin“ insgesamt acht Sender: ALEX-Radio, BLN.FM, Die Radiopiloten, Klubradio unlimited, multicult.fm, Ohrfunk, Medienkonkret e.V. und TwenFM.

multicult.FM wird auch weiterhin per Livestream im Netz senden. Nähere Infos gibt es dazu unter www.multicult20.fm.

Für die Äther-Momente der Radiomacher sieht das Programm zur Frühsendung  ein tagesaktuelles Magazin mit den Schwerpunkten Politik und Kultur vor. Werktags am Abend soll künftig vorwiegend in Deutsch moderiert werden, parallel dazu gibt es die jeweilige Sendung in wechselnden Muttersprachen via Internet.

Populäre Musiksendungen, die bisher wochentags liefen, werden künftig einen neuen Sendeplatz am Wochenende finden.

Am Samstag, dem 22. Mai steigt im legendären Kreuzberger SO36 in der Oranienstraße 190 ab 21:00 Uhr eine große Party zu gegebenem Anlass und nicht zuletzt auch zum Karneval der Kulturen selbst.

Tickets und weitere Infos dazu gibt es dazu unter www.multicult20.fm. oder www.so36.de.

Die Redaktion von BlickBerlin.de wünscht ihrer erklärten Favourite-Station viel Erfolg zum Restart!

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