Die Schätze des Menschen entdecken: eine Initiative für ein noch besseres Neukölln

Redaktionsbüro | Neukölln wird oft assoziiert mit Gewalt, Kriminalität und Integrationsproblemen. Jedoch gibt es Neuköllner, die etwas dagegen unternehmen. Seit 2004 existiert die „Initiative für ein noch besseres Neukölln“. Über seine Initiative sprechen wir mit dem Vorstandsvorsitzenden Kazim Erdogan. 

Redaktion: Was sind die Hauptziele für ein noch besseres Neukölln?

Erdogan: Wir wissen, welche Probleme wir in unserer Gesellschaft haben. Diese aufzulisten würde jedoch den Rahmen dieses Interviews sprengen. Um es also kurz zu machen: Wir wollen die Menschen für ein friedliches Zusammenleben sensibilisieren. Dafür wurde die Initiative gegründet.

Redaktion: Wie geht man Probleme wie Integrationsschwierigkeiten oder Sprachbarrieren in Neukölln an?

Erdogan: Wir haben bislang zu viel über die Probleme gesprochen und wollen jetzt schnell handeln. Wir versuchen, den Menschen nahezubringen, dass Deutschland unser aller Land ist und jedes einzelne Leben mit dem anderen Leben verbunden ist. Somit wollen wir einen größeren Zusammenhalt schaffen. Wir beginnen damit in Vorschulen, in Schulen und sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten.

Redaktion: Was geschieht dort?

Erdogan: Wir laden die Eltern zu den Projekten in den Schulen ein. Wir gehen in die KITAS und organisieren mehrsprachige Elternversammlungen. Wir bieten zu allen Themen, die etwas mit Bildung und Erziehung zu tun haben, Elternversammlungen an. Außerhalb der Bildungseinrichtungen haben wir Angebote für die Menschen, die nicht in Neukölln leben.

Redaktion: Für Sie ist Kommunikation sehr wichtig und Sie versuchen mit besten Beispiel voran zu gehen. Für einen Elternabend haben sie einmal hundert Leute persönlich angerufen, um sie einzuladen.

european-circle.de

Erdogan: Das habe ich einmal probeweise getan. Da anschließend auch knapp die Hälfte der Menschen, mit denen ich telefoniert habe, zu den Elternversammlungen gekommen sind, machen wir das nun immer. Meine ehrenamtlichen Helfer unterstützen mich dabei.

Redaktion: Warum wird heute nicht mehr so viel kommuniziert?

Erdogan: Früher gab es mehr Anlässe zum Reden. Heute gehört ein Großteil unserer Aufmerksamkeit oft dem Fernsehen oder dem Internet. Man redet einfach weniger miteinander und das ist sehr schade.

Redaktion:: Um das zu fördern, gibt es im September eine Gesamtberliner Woche der Sprache und des Lesens. Was erwartet uns da?

Erdogan: Wir haben das bereits dreimal in Neukölln erfolgreich durchgeführt und auch in Frankfurt am Main hat es bereits stattgefunden. In diesem Herbst vom 1.bis zum 9. September wird die erste Gesamtberliner Sprachwoche stattfinden. Dort wird es überall in unserer Hauptstadt Veranstaltungen geben. Wir wissen, dass neunzig Prozent unserer Probleme Ergebnisse der Kommunikations- und Sprachlosigkeit sind. Da wir das wissen, wollen wir nicht tatenlos zusehen. Wir wollen auch die Kinder, für das Lesen sensibilisieren und ihre Eltern animieren, mehr mit ihnen zu sprechen. Jeder von uns hat viele positive Seiten, die wahre Schätze sind. Damit diese auch von anderen Menschen entdeckt werden können, finden die Sprachwochen statt.

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