Konzerte - Written by on Dienstag, November 15, 2011 18:28 - 0 Comments

Emanuel Hauptmann „Trionauts“ – Jazzklänge aus Berlin

Redaktion | Emanuel Hauptmann ist Schlagzeuger, Komponist und Toningenieur. Schon in frühester Kindheit wurde seine Leidenschaft zur Musik geweckt und er entdeckte den Jazz für sich. Nach einer musikalischen Ausbildung in den USA kehrte er in den Neunzigern nach Deutschland zurück und baute in Berlin das MPM-Tonstudio auf. Er ist Gründer zweier Jazz-Quintetts: „Local Time“ und „Blowfish“. „Trionauts“ ist sein neuestes Projekt, von dem er uns mehr erzählen wird.

Redaktion: Vor „Trionauts“ haben Sie ja mit Katharina Thalbach an dem Stück „Cyrano de Bergerac“ gearbeitet, was genau haben Sie da gemacht?

Hauptmann: Ich hatte zuvor schon mit Katharina Thalbach zusammengearbeitet, das Stück hieß „Zwei auf einer Bank“; das war auch mit der Andrea Schneider und dem „Christoph Israel – Sextett“. Da haben wir mehrere Jahre zusammengearbeitet und aus dieser Zusammenarbeit hat sich dann ergeben, dass ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte die Musik zu „Cyrano de Bergerac“ zu schreiben. Also mit zu partizipieren, Musik zu schreiben und Theatermusik zu machen. Das haben wir dann in Berlin, zusammen mit Armin Rode, vorproduziert und dann in Bochum fertig gemacht, also in Form gebracht.

Redaktion: Sie sind ja der Urgroßenkel von Gerhard Hauptmann, dem Literaturnobelpreisträger, und Ihre Mutter ist Anja Hauptmann, auch eine bekannte Textdichterin und Sängerin – war es schwer in solch große Fußstapfen zu treten oder haben Sie es als Bereicherung empfunden?

Hauptmann: Ich denke ich habe es als Bereicherung empfunden, da ich so ja überhaupt erst dazu gekommen bin künstlerisch zu arbeiten. Vielleicht wäre ich gar nicht darauf gekommen, aber im Umfeld war halt sehr viel schon da und das hat mich im Prinzip zur Musik gebracht; auch bedingt durch einen Onkel, der Schlagzeuger war und mich mit dem so genannten „Drum-Virus“ infiziert hat.

Redaktion: Wie ist es zu Ihrem neuen Projekt „Trionauts“ gekommen?

Hauptmann: Es hat sich so ergeben, dass wir für eine Ausstellung von F.C. Gundlach, dem Modefotografen, hier im Gropius-Bau musiziert haben. Das war eine sehr schöne Ausstellung und auch ein sehr schönes Event und wir wurden gefragt, ob wir dort auftreten würden. Das haben wir dann ein paarmal gemacht und haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir eigene Stücke  spielen und nicht nur altbekannte Jazzstandards. Daraus ergab sich dann die Situation, dass wir gesagt haben: „Okay, lass uns das mal, was wir Live tun, auch im Studio umsetzen.“ Das war sehr ruhig und sehr schön und ist auch Musik für Hörer, die nicht so viel mit Jazz am Hut haben.

Redaktion: Sind das alles Selbstkompositionen?

Hauptmann: Ja, das sind Kompositionen von mir und von Tino Derado, dem Pianisten und Scott White hat den Bass gespielt. Wir hatten also erstmal „Originals“ drin und dann habe ich die Idee gehabt einen Song von Bob Marley, den „Redemption Song“ und ein Titel von Chris Cornell, also Soundgarden, den Song „Black Hole Sun“ mit rein zu nehmen. Die haben wir dann ein bisschen „reharmonisiert“ und auf unsere Art und Weise interpretiert. Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und die Leute, die das hören sind auch immer ganz angetan und hören das nicht nur einmal, sondern dann auch mehrere male.

Redaktion: Das neue Projekt startet, das heißt aber nicht, dass jetzt die alten beendet sind, oder?

Hauptmann: Nein, das ist halt ein Programm und das läuft parallel zu den anderen. Da ist dann noch „Blowfish“, das ist eine relativ wilde Formation, mit der wir in Mecklenburg-Vorpommern bei den Sommerfestspielen eingeladen wurden, um dort zu spielen. Danach waren wir auch noch viel auf Tour und jetzt hatten wir eine Kooperation mit dem rbb und Laika-Records, wo wir demnächst auch eine CD rausbringen. Einen genauen Termin gibt es zwar noch nicht, aber wir hoffen, dass es so um Weihnachten soweit ist. Es ist keine Weihnachts-CD, sondern eher eine wildere Formation, da wir keine Harmonieinstrumente haben, sondern nur drei Bläser, einen Bass/Kontrabass und die Drums. Das heißt, dass man Gefahr läuft, dass da halt auch viel „Nacktheit“ entstehen kann, was in einem normalen Setting eigentlich gefüllt wird, durch ein Klavier zum Beispiel. Man kann dadurch nicht einfach so losschreiben, sondern muss die Sachen auch in Komposition setzen.

Redaktion: Wo kann man die CDs denn kaufen?

Hauptmann: Auf der Internetseite www.emanuel-hauptmann.de kann man die besorgen oder auch bei Amazon.

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