Hexenjagd im Potsdamer Hans Otto Theater

Salem, 1692. Terror und blanke Angst herrschen in der kleinen Neuengland-Gemeinde. Aus-gelöst wird das gefährliche Geschehen durch ein paar Dorfmädchen, die nachts nackt im Wald tanzen und sich von der schwarzen Sklavin Tituba in heidnischen Ritualen unterweisen lassen. Als sie dabei vom Pastor Parris erwischt werden, behaupten sie, dem Teufel begegnet zu sein!

Es folgt eine fatale Kettenreaktion, die sämtliche Familien und Mitbewohner in einen Strudel aus Verleumdung und Tod stürzen lässt. Bald nimmt fast das gesamte Dorf an einer irrwitzigen Hexenjagd teil. Allen voran die junge Abigail Williams, die Nichte des Reverend Parris, die ihren Geliebten John Proctor zurück haben und am liebsten die Stelle seiner Frau einnehmen möchte. Dafür geht sie über Leichen und schreckt nicht davor zurück, selbst ihren Geliebten ins Gefängnis zu bringen…

Arthur Miller schrieb das Stück nach einem überlieferten Fall, zielt aber auf den Kommunistenverfolgungswahn des amerikanischen Senators Joseph McCarthy im Jahr 1953. Es genügt die Macht einer »überhitzten menschlichen Einbildungskraft«, wie Miller es nannte, um einen geistigen Schwelbrand auszulösen, der Salem schließlich in einen Scheiterhaufen verwandelt. Neid, Rachlust, Verrat, Glaubenswahn, die Hatz auf alles Fremde finden nicht nur in der puritanischen amerikanischen Provinz ihren Nährboden.


Angst und einengende Moralvorstellungen lassen sich auch andernorts in Instrumente des Terrors verwandeln. So untersucht Miller in seiner bösen Parabel »Hexenjagd« nicht nur Kraft und Schwäche des Einzelnen, sondern unser aller Verführbarkeit.

Arthur Miller wurde am 17. Oktober 1915 als Sohn des jüdischen Texilfabrikanten Isadore Miller und dessen Ehefrau Augusta im New Yorker Stadtteil Harlem geboren. Nach dem Bankrott des Familienunternehmens in der Weltwirtschaftskrise (1929) zog die Familie mit ihren drei Kindern Arthur, Kermit und Joan nach Brooklyn. 1934 immatrikulierte Arthur Miller sich an der University of Michigan in Ann Arbor, um Journalismus zu studieren, aber nach vier Semestern wechselte er zu Anglistik. 1938 schloss er sein Studium ab.

Schon als Student hatte Arthur Miller mehrere Theaterstücke geschrieben und für „No Villain“ den Avery Hopwood Award bekommen. Im Alter von dreiunddreißig Jahren wurde Arthur Miller für sein am 10. Februar 1949 uraufgeführtes Stück „Death of a Salesman“ („Der Tod eines Handlungsreisenden“) mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Vier Jahre später, nach der Erstaufführung seines Stücks „The Crucible“ („Hexenjagd“, auch: „Die Hexen von Salem“) zogen die Kommunistenjäger um Senator Joseph McCarthy Erkundigungen über Arthur Miller ein, und weil er sich 1956 weigerte, vor einem Untersuchungsausschuss Kommunisten zu verraten, verurteilte ihn das Gericht im Jahr darauf zu einer Haftstrafe, die er allerdings nicht antreten musste, weil er nach einigen Monaten rehabilitiert wurde.

1940 heiratete Arthur Miller Mary Grace Slattery. Mit ihr zeugte er eine Tochter (Jane Ellen, *1944) und einen Sohn (Robert, *1947). Als er 1951 durch den Filmregisseur Elia Kazan den Hollywood-Star Marilyn Monroe kennenlernte, zerbrach die Ehe, und er geriet in die Schlagzeilen der Boulevardpresse. 1952 heirateten sie. Für Marilyn Monroe schrieb er 1957 das Filmdrehbuch „Misfits. Nicht gesellschaftsfähig“. Doch während der Dreharbeiten im Jahr 1960 beschlossen Arthur Miller und Marilyn Monroe, sich scheiden zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Arthur Miller bereits ein Verhältnis mit der berühmten österreichischen Fotografin Inge Morath. Die beiden heirateten 1962. Aus der Verbindung gingen eine Tochter (Rebecca, *1962) und ein Sohn (Daniel, *1966) hervor.

Arthur Miller überlebte seine dritte Ehefrau um drei Jahre: Am 10. Februar 2005 starb der krebskranke Neunundachtzigjährige in Roxbury, Connecticut, an Herzversagen.

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