Hessen-Stress für Euro-Guido

Guido zuhause © Stefan BartyllaGuido zuhause © Stefan Bartylla

Wer hätte das gedacht? Westerwelle überlebt sein Amt tatsächlich länger als Bundespräsident Köhler. Während der Ober-Horst in der vergangenen Woche zum Bundeszapfenstreich ein letztes Mal durch den Vorgarten von Bellevue wippte, wartet auf Vizekanzler Guido W. eine neue volle Amtswoche mit Gesprächspartnern aus allerlei Ländern.  Während der Ober-Horst in der vergangenen Woche zum Bundeszapfenstreich ein letztes Mal durch den Vorgarten von Bellevue wippte, wartet auf Vizekanzler Guido W.
eine neue volle Amtswoche mit Gesprächspartnern aus allerlei Ländern.

Aber so richtig fiesen Kompetenz-Beschuss erhielt unser Außenminister am vergangenen Wochenende aus den provinziellsten Ecken seiner eigenen Partei.

Der FDP-Kreisverband Limburg-Weilburg hatte immerhin einen Sonderparteitag der Bundes-FDP gefordert, um sich mal mit der Personalie Westerwelle in Sachen Parteivorsitz zu beschäftigen. Die Attacke wurde zwar in der Abstimmung abgelehnt, zeigte jedoch eindringlich, in welche Richtung derzeit der Wind weht – frontal gen Antlitz Westerwelle!

Mit Kritik aus eigenen Reihen – Guido W. mit schlechtem Standing © Stefan Bartylla

Hart am Wind segelt da insbesondere der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn, der mit seinen Leistungs-Analysen dem Mann aus Bad Honnef alles andere als Souveränität bescheinigt. Westerwelle sei als Oppositionspolitiker perfekt gewesen und habe allenfalls Nachholbedarf, wenn es darum gehe, die Ämter des Außenministers, Vize-Kanzlers und FDP-Vorsitzenden zu vereinen, äußerte Hahn vor dem Parteitag gegenüber dem Spiegel.

In ein ähnliches Horn blies auch der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki und warf seinem Bundesparteichef  darüber hinaus fehlende Führung sowie Profilmangel vor. „Das Problem ist, dass Guido Westerwelle im Augenblick gar nicht stattfindet. Er scheint eine neue Rolle zu suchen”, verkündete Kubicki im „Hamburger Abendblatt”. Von alledem wahrscheinlich unberührt startet unser Außenminister die kommende Woche mit gewohnter Geschäftigkeit. Was bleibt ihm auch Anderes übrig: Noch hat er die vier Jobs in Partei und Regierung allesamt an den Hacken.

Mit guter Miene zu bösem Spiel startet Global-Guido denn auch seine Staatswoche mit einem Grußwort an die Vereinigung der „Europäischen Bewegung Deutschland”. Dieses überparteiliche Netzwerk von Interessengruppen im Bereich Europapolitik in Deutschland existiert bereits seit über 60 Jahren und vereinigt 171 Mitgliedsorganisationen, die im Zusammenschluss die nachhaltige Verbesserung einer europäischen Kommunikation, der europäischen Vorausschau und die europapolitische Koordinierung in Deutschland zum Ziel hat.

Nach dieser Nummer geht es für unseren Außen-Guido dann ab nach Schweden, wo sicherlich noch ein paar Flitter-Vibes des vergangenen Hochzeitswochenendes in der Luft liegen werden.

Skandinavischen Gegenbesuch gibt es dann am Dienstag, wenn der norwegische Außenminister Jonas Gahr Støre im Auswärtigen Amt aufschlägt. Und mit dem georgischen Amtskollegen Grigol Waschadse hat sich  für den Nachmittag ein ganz polyglottes Exemplar seines Faches ins Ministerium am Werderschen Mark angekündigt.

Der umtriebige Unternehmer aus Tiflis soll laut Wikipedia russisch, englisch, portugiesisch, italienisch, spanisch und französisch sprechen können.

Herr Westerwelle, in Sachen Fremdsprachen haben Sie also die Wahl…

Der Mittwoch findet für Guido W. in Paris statt, wo man sich zum Weimarer Dreieck einfindet. Hinter dem Begriff, der so klingt, wie die Beschreibung einer wollenen Handarbeitsvariante, verbirgt sich das politische Komitee zur Förderung der Deutsch-Französisch-Polnischen Zusammenarbeit.

Am Donnerstag schließt sich für  Herrn Westerwelle ein Besuch in Warschau an, ehe mit Bulgarien und einem freitäglichen Balkanabstecher in Rumänen seine Diplomatentournee der für die WM nicht qualifizierten Fußballstaaten mit den Ländern 5 und 6 abgerundet wird.

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