Guido Global: die Welt ist nicht genug

von Stefan Bartylla | Nachdem unser Außenminister in den vergangenen Monaten eindrucksvoll beweisen konnte, dass ihn allein das Amt des obersten deutschen Diplomaten nicht auszufüllen vermag, hob er in den just zurückliegenden Tagen mit bekannt unterhaltungswertiger Stimme zum verbalen Rundumschlag in Sachen transfergeldfinanzierter Mitmenschlichkeit an.

Es scheint, dass die Bundesrepublik Deutschland noch nie über einen Außenminister verfügt hat, der anhand seiner Kernkompetenzen auch in arbeits- und sozialpolitischen Positionen derart grenzfrei Einschätzungen zu äußern vermag. Westerwelles Amtsübernahme dehnte den Begriff „Auswärtiges Amt” schließlich in völlig neue Formen.

Es ist davon auszugehen, dass auch andere Ministerien derzeit darauf warten, den Ratschlag vom Vizekanzler erhalten zu dürfen. Man darf gespannt sein, wie die Einschätzungen des Amtsinhabers vom Werderschen Markt in Sachen Kindergeld, BAFOEG, Medikamentenzuzahlung, Bahnprivatisierung und Familienplanung ausfallen werden. In jedem Fall wird sich Guido Westerwelle der ungeteilten Aufmerksamkeit gestandener Polit-Prominenz erfreuen dürfen. So ließ es sich in der jüngsten Vergangenheit sogar Heiner Geissler nicht nehmen, aus seinem Polit-Ruhestand heraus die jüngsten Direktiven des Staatsmannes aus Bad Honnef zu interpretieren…

Für Westerwelle selbst werden die nächsten Tage abseits innerpolitischer Themen eher im Zeitsog weltrelevanter Marginalien verrinnen.

Und nun endlich: Wochenstart mit Guidos Außenkompetenz

Zum montäglichen Wochenbeginn steht ein Treffen mit UNASUR-Vertretern im Auswärtigen Amt an.

Dieser südamerikanische Länderverbund besteht aus den zwölf unabhängigen Staaten Bolivien,  Kolumbien, Ecuador, Peru, Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Venezuela, Chile, Guyana und Surinam. Bis zum Jahr 2025 wollen diese Staaten eine der Europäischen Union vergleichbare Integration erreichen. Geplant sind gemeinsame Währung, Parlament und Reisepässe.

Da sollte unser Herr Westerwelle doch sicherlich noch ein paar Tipps auf Lager haben dürfen.

Am Dienstag läuft der dschibutische Außenminister Youssouf im Ministerium am Werderschen Markt zum Gespräch auf. Der Mann aus dem arabischen Staat in Nordafrika könnte Neuigkeiten in Sachen Nah-Ost-Politik in und um Jemen und Somalia mit im Gepäck haben.

Am selben Tag und am selben Ort wird Herr Westerwelle dann noch ein Grußwort zur Veranstaltung der AIDS-Stiftung in seinem Ministerium verlautbaren, ehe er sich am Mittwoch zum „Forum Menschenrechte” mit Gerhart Baum an einen Tisch in seinem  Auswärtigen Amt platzieren wird.

Der FDP-Mann Baum (Jahrgang 1932) war in den 70ern mit den Regierungen Brandt und Schmidt als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern tätig.

Später und im Anschluss an seine deutsche Politik-Karriere engagierte sich der gebürtige Dresdner als UNO-Beauftragter für die Menschenrechte im Sudan.

Der Donnerstag bringt unserem Außenminister endlich das Highlight der Woche. Während bis zum Nachmittag hin die Gespräche mit dem mazedonischen Außenminister Milošoski anstehen, gönnt das Schicksal unserem Diplomatenchef am Abend einen Termin, der wohl „westerwelliger” nicht ausfallen könnte. „Wir sind hier in Deutschland….und da ist die Sprache deutsch”, so lauteten die kompromisslosen Worte unseres Vizekanzlers, als man ihm auf einer seiner ersten PK´s vor fast 100 Tagen allzu englisch auf den Pelz rücken wollte.

Guido zuhause © Stefan Bartylla

Guido mal in deutsch

Zur Auftaktveranstaltung des Symposiums „Deutsche Sprache” im Radialsystem gegenüber dem Berliner Ostbahnhof dürfte dem Herrn Westerwelle wohl genügend Sprechzeit eingeräumt werden, um diese Weisheiten mit weiteren „Hart-Fakten“ zu unterfüttern.

Tja und am letzten Werktag des Monats geht es dann noch mal um die Mandatsverlängerung der ISAF-Truppen bei einer Plenarsitzung im Bundestag. Da wird der Behördenleiter in Sachen Bundeswehr, Karl-Theodor zu Guttenberg, sicherlich gespannt sein, was ihm sein Außenminister an Empfehlungen mit auf den Weg nach Afghanistan geben wird. Der Herr Westerwelle weiß nämlich Bescheid. Und das nicht nur in weltlichen Dingen…..

4 Kommentare zu "Guido Global: die Welt ist nicht genug"

  1. Sie müssten mal, für einen Monat Hartz IV bekommen, und davon leben!!!! Dann würden Sie anders denken darüber!!!! Die mehrheit will arbeiten und steuern zahlen!!! nur die politik ist wohl zu fein dafür, das der mindestlohn eingeführt wird!!! Und das Siemens min. 850 Mitarbeiter entlassen werden in NES das tut euch auch nicht stören!!! Hauptsache euch( Politiker) geht es gut!!!!!!

  2. kann man die gesamte führungsmanschaft nicht weg zaubern ?? alle in eine alte dakota, dann über libyen die tür auf und adiu. kann ja sein das ein dicker fetter beduine den osterwelle findet und beide haetten eine top zeit, die sonne ist auch gut fuer seine haut, hatte er vergessen als jugendlicher clearasil zu benutzen oder wußte er nich wie man (xxx, bitte die Netiquette einhalten, keine Diffamierungen – die Redaktion)…
    gruß von einem der sich über die typen taeglich aerger

  3. Also ich finde Guido hat völlig recht,endlich mal ein Politiker mit Rückrat und Format

    Danke Herr Westerwelle

  4. Ja Ja liebe Faulpelze unter den Hartzern vieleicht müsst Ihr auch bald früh aufstehen

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