Adios Caras, Berlin-Mitte wird beliebig

Game over man! Das Café Caras in Berlin-MItte muss schliessenGame over man! Das Café Caras in Berlin-MItte muss schliessen

Der ehemalige Szenekiez Berlin-Mitte wird beliebig. Wer kann sich noch an das urige „Alt Berlin“ oder das „WMF“ erinnern?

Heute schrieb die Berliner Morgenpost: „Diese brachiale und trotzdem stillschweigende Walze tuckert unaufhörlich durch Berlin“, „Die Berliner Kette „Caras“, einer der ersten Coffeeshops der Stadt, schließt an diesem Wochenende nach 15 Jahren ihre Filiale. „Der Vermieter hat die Miete um mehr als das Doppelte erhöht“, sagte Filialleiter Alex Rohkann.

Das Monopolyspiel der Immobilien Investoren in Berlin-Mitte fand nun weitere Verlierer. Nicht nur die Betreiber vom Café Caras, sondern auch die Gäste, die sich gern auf einen Business-Talk im Café Caras trafen oder auch nur einen leckeren Gourmet Kaffee zu sich nehmen wollten. Ganz zu schweigen von den leckeren Smoothies, den Sandwiches oder Salaten, die es täglich frisch zubereitet gab.

Und nun, was folgt? Richtig! Ein weiter Klamottenladen, in diesem Falle „Tiger of Sweden“, bisher mit einem Shop in Düsseldorf, einem Outlet Store in Neumünster und einer Verkaufsfläche im Galeries Lafayette vertreten. Man griff tief in die Kronenschatulle, um nun inmitten der anderen Flagship Stores in der Hauptstadt Flagge zeigen zu können.



Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen)))

Am letzten Wochenende hat auch das Pan Asia in der Rosenthaler Strasse 38 die Pforten geschlossen. Gegenüber der Berliner Morgenpost hat sich Geschäftsführer Roland Mary, auch GF des Restaurant Borchardt am Gendarmenmarkt, dahingehend geäussert , dass die Mietforderungen utopisch wären und: „Wir wollten nicht mehr verlängern, weil uns die Gegend nicht mehr zusagt – der Charakter, da im Hinterhof.“

Ok, wir fanden es im Hinterhof gelegenen Restaurant recht charmant, der Service hatte stets noch Potential nach oben und das Speisenangebot war zum mindesten für den mittäglichen Business-Lunch durchaus akzeptabel.

Beim Thema „utopische Mieten“ fiel uns jedoch das Wohnhaus von Roland Mary in der Sophienstrasse 16 ein. Sind dort nicht vor einigen Jahren auch Wohnungsmieter und Gewerbemieter ausgezogen, weil die Mieten recht deutlich „angezogen“ haben?…

Nun denn, die Karawane zieht weiter und zum mindesten für das Café Caras geht es voran. Im August 2015 wurde in der Schloßstrasse 120 in Berlin-Steglitz ein neues Café etabliert.

PS auch der Sophienclub  in der Sophienstrasse 6 (gegründet 1984 als DDR-Jugendclub im Bezirk-Mitte), hat zum Jahresende 2015 still und heimlich die Pforten geschlossen. Die Gründe sind unbekannt. Im Sommer soll wohl die Golem-Manufaktur aus dem Hof VII der Hackeschen Höfe die Räume mit Leben füllen.

 

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