365/24 Berlin… #ditisBerlin

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365/24 Berlin… oder 365/24/60/60 Berlin… Oder, das hatten wir ja schon mal vor Jahrzehnten, lange vor dem Mauerfall: „Berlin ist durchgehend geöffnet. Der grosse Werbecoup wird zum Beginn der ITB der staunenden Weltöffentlichkeit und den Fachbesuchern auf der Messe präsentiert.

Burkhard Kieker, Cheffe von Visit Berlin, erwartet nicht, dass „jede und jeder die Formel in der ersten Sekunde versteht“. Er ist jedoch sicher, dass „Leute auch ohne Erklärung von selbst darauf kommen werden“…??? Hmmm, nett formuliert und die Zielgruppe der Touristen ganz charmant klassifiziert…

Die Formel 365/24 Berlin, die sich Herr Kieker und ein „Partner“ die gemeinnützige Landesgesellschaft Kulturprojekte-Berlin selber ausdachten, steht für das breite Spektrum von Ereignissen, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in der Metropole stattfinden. Mit ihr will Visit Berlin unterstreichen, dass „Berlin-Besucher nicht nach einem Reiseanlass suchen müssen“, erklärt Kieker die Strategie. „Wir garantieren einen Teppich der Ereignisse.“ Die Stadt habe sich verändert, so der Tourismuswerber. Berlin sei „im Kreis der erwachsenen Weltstädte angekommen“. Nur eine Handvoll Städte könne von sich behaupten, eine Marke zu sein, sagt Kieker.

Schön, sehr schön, solch eine Inhouse-Lösung, auf die Dienste einer Werbeagentur wurde ja wohl verzichtet, was natürlich den Etat schont.



Allerdings, auf übergrosse Begeisterung stösst diese neue Marketingkampagne nicht. titelte der Tagesspiegel.de:

365/24: „Ergebnis ist 15,2“ – Neuer Berlin-Slogan ist umstritten

45 Foristen gaben bisher Ihre Meinung dazu ab, zum Beispiel

Peinlich –Wer zum Henkel hat sich diesen „Slogan“ ausgedacht? Das passiert, wenn kein vernünftiger Deutschunterricht an der Schule mit einer ordentlichen Stilkunde mehr erteilt wird. Dass das Ding nichts taugt, erkennt man doch bereits beim Aussprechen, ganz egal ob Deutsch oder Englisch:

Three hundred sixty-five twenty-four Berlin – elf Silben, neun davon aussagelose Ziffern. Immerhin als ein (etwas unregelmäßiger) Daktylus aussprechbar. Dabei in keiner Weise eingängig. Dreihundertfünfundsechzig (Schrägstrich) vierundzwanzig Berlin – dreizehn Silben und ein furchtbar holpriger Rhythmus.

Zum Vergleich: Die besten internationalen Slogans haben in der Regel nicht mehr als acht Silben – und wenn, dann aber mit gutem Grund…

oder auch

Da hat jemand offenbar ganz schlechtes Zeug gekifft 365/24 – wer kommt denn auf solch einen idiotischen Slogan? Nicht nur, daß es peinlich und angestrengt wirkt, um das bekannte 24/7 zu übertreffen – es ist auch noch sinnlich falsch herum. Man sagt ja stets „soundsoviele Stunden pro Tag“ und nicht „soundsoviele Tage mit soundsovielen Stunden“. Und aussprechen läßt sich der Slogan auch nur holperig und lang, sowohl in deutsch als auch in englisch.

Und niemand hat diesen Blödsinn auf die erste spontane Assoziation hin getestet? So nach dem Motto: „Was fällt Ihnen dazu zuerst ein“? Bei mir waren es ein Aktenzeichen – oder die Grabstelle 365 in der Reihe 24 auf einem Großfriedhof…

bzw.

Idee? Brainstorming?Die Idee ist eine Kopie von 24/7, der Werbung vieler Onlineshops, dafür hätte das „Brain“ einer Stubenfliege ausgereicht. Davon abgesehen, ist dieser „Slogan“ überhaupt nicht „sprechbar“, sogar beBerlin war diesbezüglich besser…“

Da muss ich aber deutlich widersprechen, dieses unsägliche „beBerlin“ als Wort-/Bildmarke all überall, auch auf den Schreiben vom Pol.Präs. war oberpeinlich…

Ebenso peinlich bzw. eher mysteriös, wie die Entscheidung zur Sprechblasenkampagne zustande kam. Eben, #ditisBerlin!

Zum Auftakt der Kampagne werden die Zahlen und Buchstaben für Berlin als 20 Meter hohe Hingucker am Eingang Süd des Berliner Messegeländes zu sehen sein.

 

 

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